Tabelle der Knotenfestigkeit
Jeder Knoten kostet dich einen Teil der angegebenen Tragkraft - die einzige Frage ist, wie viel. Diese Tabelle zeigt, welchen Anteil der Tragkraft jeder gängige Knoten typischerweise behält, zusammengetragen aus veröffentlichten Zugtests, mit ehrlichen Hinweisen, wie jeder einzelne tatsächlich versagt. Die Schritte zum Binden stehen auf der Seite Knoten & Montagen, oder lass den Knotenfinder für dich wählen.
Die Spannen sind gerundet und bewusst weit gefasst: Unabhängige Tests widersprechen sich, und wie sauber ein Knoten gebunden ist, verschiebt die Zahl weit stärker als die Wahl des Knotens. Ein nass und langsam gesetzter "schwächerer" Knoten schlägt jedes Mal einen trocken und hastig zugezogenen "stärkeren".
So versagt er: Verliert Kraft, wenn sich die Wicklungen kreuzen oder am Schenkel auseinanderlaufen, statt als sauberes, eng anliegendes Band zu sitzen.
So versagt er: Versagt, wenn das Geflecht beim Flechten die Spannung verliert oder bei den abschließenden halben Schlägen gespart wird - er löst sich auf, statt zu reißen.
So versagt er: Versagt, wenn die Schlaufe vor dem Zuziehen nicht vollständig über den Köder geführt wurde, oder wenn trocken zugezogen wird.
So versagt er: Rutscht auf Geflecht und auf schwerer Schnur (ab rund 5 kg Tragkraft) - das ist ein Durchrutschen, kein Bruch. Dort lieber den Palomar nehmen.
So versagt er: Verliert bei zu vielen Wicklungen in schwerer Schnur an Kraft - je dicker die Schnur, desto weniger Umschläge, und nach einem harten Drill nachsehen.
So versagt er: Wird schwächer, wenn die vier Enden nicht gleichmäßig angezogen werden und der Knoten schief sitzt. Verzeiht unterschiedliche Durchmesser; der dreifache Durchgang hilft bei Geflecht.
So versagt er: Fällt schnell ab, wenn sich die beiden Schnüre stark im Durchmesser unterscheiden oder die Wicklungszahlen links und rechts ungleich sind.
So versagt er: Bei Geflecht kann sich die dünne Schnur in sich selbst einschneiden - auf der Geflechtseite 5 bis 6 Wicklungen legen. Trägt durch die Ringe dicker auf als der FG.
So versagt er: Die Schwachstelle jeder Montage, die sie nutzt: an der Schlaufe gezogen, liegen veröffentlichte Tests zwischen rund 30 % und 70 %. Für Seitenarme auf Kleinfisch in Ordnung; häng keinen kapitalen Fisch daran.
Wie diese Zahlen zu lesen sind
"90 %" heißt: Der Knoten lässt eine Schnur mit 5 kg Tragkraft bei rund 4,5 kg reißen - und zwar am Knoten, denn dort reißt die Schnur fast immer. Die Spannen oben stammen aus veröffentlichten Zugtests von Fachautoren und unabhängigen Testern; andere Montagen, andere Schnüre und andere Tester liefern andere Zahlen, und genau deshalb zeigen wir Spannen statt einer einzelnen Zahl. Nimm die Reihenfolge als verlässlich und die genauen Prozente als Näherung.
Zwei Gewohnheiten, die mehr bringen als jede Knotenwahl
Mach jeden Knoten nass, bevor du ihn zuziehst - Reibungshitze kann zusätzliche 10 bis 30 % kosten - und setz ihn langsam und vollständig. Prüf danach nach jedem Fisch den letzten Meter Schnur und knote bei der ersten Kräuselung oder Scheuerstelle neu. Anleitungen Schritt für Schritt stehen im Leitfaden Knoten & Montagen, die Knoten-Checkliste passt in die Tasche, und der Knotenfinder braucht nur zwei Antworten.
Frei zitierbar: verlink einfach zurück auf diese Seite. Gib die Werte als typische Testspannen an, nicht als Laborgewissheit.